19.05.2012
facebook adé
mit dem börsengang von facebook hat sich meine einstellung gegenüber dem größten aller sozialen netzwerke dramatisch geändert: zwar hatte ich bisher schon angenommen, dass meine privatsphäre vor allem durch die kostenlose nutzung dieser kommunikationsplattform gefährdet ist, jedoch nahm ich bisher an, den grad dieser gefahr nach dem motto selbst bestimmen zu können, dass ich facebook ja nicht alles mitteilen muss: so schien es mir denkbar, dass gezieltes zurückhalten interessanter und gleichzeitig gezieltes veröffentlichen weniger interessanter informationen mich in die lage versetzen würde, die kontrolle über die aus meiner sicht zu schützenden daten behalten zu können.
nun, da facebook an der börse massenweise geld hinterher geworfen bekommt und die monetären erwartungen sprunghaft in die höhe schießen werden, bin ich zu dem schluss gekommen, dass nur die einzelnen nutzer – also auch ich – dies erst haben möglich werden lassen. was passiert also, wenn alte und neue investoren nur noch daran denken, dass facebook demnächst die magische grenze von einer milliarde nutzer erreicht und auf dieser annahme basierend ein lukratives werbegeschäft mit den dabei anfallenden privaten daten wittern? was aber, wenn all die bisher und in zukunft gesammelten daten nicht mehr nur noch von facebook sondern auch von anderen datenstaubsaugern abgegriffen, verwertet und in geld verwandelt werden. ich jedenfalls möchte mir nicht ausmalen, was aus diesem geschäftsmodell in zukunft konkret werden soll und vor allem möchte ich nicht mehr teil dieses geschäftsmodells sein. vor der deaktivierung meines kontos bei facebook habe ich aber noch die neue funktion „archiv des kontos erstellen“ genutzt und nach einer kurzen wartezeit den kompletten datensatz meiner bei facebook gespeicherten daten heruntergeladen.
