11.09.2008
o2-world opening

robocop-hundertschaften, straßensperren, kampfhunde, vorkontrollen, dauerüberwachung, räumpanzer! all dies nicht wegen des empfangs eines amerikanischen präsidenten oder gar eines gipfeltreffens. es war lediglich das opening der o₂world – ein überdimensionierter, architektonisch abstoßenender 165 000 000 euro teurer vorbote der mediaspree in berlin f´hain – mit geladener stadtprominenz in und zahlreichen friedlich demonstrierenden gegnern des projektes vor der halle.

opening o2 world

das verwaltungsgericht ordnete eine 300m-bannmeile für demonstrationen an, jedoch riegelte die polizei frühzeitig das areal um die neue halle weiträumig ab und dehnte diese mal eben nach eigenem ermessen massiv aus. kritische stimmen waren ganz sichtbar nicht erwünscht und trotzdem schafften es einigen hundert menschen bis zur halle und demonstrierten völlig friedlich wenige meter vorm eingang mit rufen wie „abreissen“ oder transparenten mit der aufschrift „our world is better than o₂world“. zuvor setzte sich ein demonstrationszug vom kottbuser tor in kreuzberg richtung neuer halle in friedrichshain in bewegung, wo dann trotz massiver polizeipräsenz einige teilnehmer auf das abgesperrte gelände gelangen konnten.

opening o2 world

man versetze sich zu alledem noch in die gäste des heutigen abends und erkenne, dass diesen bei der an- und abreise in anbetracht der massiven polizeipräsenz nicht sehr wohl gewessen sein muss und zudem eine solch groteske situationen im umfeld der halle nur bedingt feierlaune aufkommen lassen. zu hoffen bleibt indes, dass diese menschen die richtigen schlüsse ziehen werden, sich besinnen und verstehen, dass kein mensch die media-spree will.

derweil wird in der berliner zeitung von randalen vor der halle berichtet und dies versucht wie folgt zu belegen: „Sie schrieben mit Filzstiften Schließungsparolen an die Wand, vor der die Prominenten fotografiert werden sollten.“ und „Ein männlicher Störenfried ließ sogar die Hose herunter und zeigte sein nacktes Hinterteil. “ oder „Bruno Eyron, der von den Querulanten händeweise Konfetti übergeworfen bekam…“. auch die berliner morgenpost berichtet unverständlicher weise von randalen, da „mehrere Demonstranten die vor der Halle aufgebaute Bühne des Radiosenders ´Spreeradio´ stürmten“ und „Bei einer Personenkontrolle eine Flasche aus dem Rucksack des Kontrollierten auf den Boden [fiel] und zerschellte.“