4 Kommentare zu “war die ddr bankrott?”

  1. “Im Auftrag des Großen Bruders“ von Thomas Schmidt, Autobiografie, AAVAA-Verlag, Berlin, ISBN 9783862545513 und 978-3-86254-551-3 neu auf dem Buchmarkt.

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich beziehe mich auf Ihre Überschrift “Bankrott der DDR“
    “Im Auftrag des Großen Bruders“ sind Gründe des Niedergangs der DDR, ihre militärische Stellung im Warschauer Vertrag, Hegemonie der ehemaligen Sowjetunion und damit verbundene Probleme in der Wirtschaft aufgeführt. Die Auswirkungen sind heute noch erkennbar. Nicht zu kurz kommt die Arbeit des MfS. Sie erfahren auch, wie seine flächendeckende Überwachung der Bevölkerung zustande kam.
    Handlungsorte oder Gebiete mit wichtigen Militärbauvorhaben im Rahmen des Wettrüstens – genannt werden nur einige: Tessin, Straußberg/Harnekop, Calau, Fürstenwalde u. a. Bis 1990 wurden diesbezüglich Investitionen getätigt. Dies war wohl einer der empfindlichsten Schläge ins Kontor der DDR-Wirtschaft. Die kleine Republik war mit militärischen Standorten übersät, atomare Schutzbauwerke wuchsen wie Trüffel – kaum einer wusste von den verbauten Milliarden, zumal militärische Baumaßnahmen zum Teil unter die geheime Verschlusssache fielen und somit nur ein sehr kleiner Personenkreis informiert war. Auch die Mauer diente der Geheimhaltung …

    Anmerkung: Ziel war, die Grenze zur erzählerischen Fiktion nicht zu überschreiten. Um das Leben der Menschen in der DDR zu veranschaulichen, werden Fakten in Handlungen und Dialogen aufgezeigt.
    Beruflicher Werdegang des Autors ist nachgewiesen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Thomas Schmidt
    Zeitzeuge

  2. Dem Niedergang der Wirtschaft hinter die Kulissen geschaut

    Allein die Kosten für die Unterhaltung der innerdeutschen Grenze betrugen jährlich 500 Millionen Mark, die Passkontrolleinheiten, der Stasi unterstellt, etwa 38 Mio. Bis zum Mauerfall wurde hier ohne Abstriche investiert. Was die militärischen Anlagen betraf sogar bis 1990.
    Da war noch das „Tafelsilber“ der Republik – inwieweit kam es der DDR-Wirtschaft zugute?
    Im Land gab es große Mengen „exportträchtiger“ Kunstgegenstände, numismatische Raritäten und jene der Philatelisten. Zunächst die Zollbestimmungen der DDR sinngemäß: „Nationales Kulturgut bleibt vor Ort!“ Warum die DDR damit so reich gesegnet war, führe ich an anderer Stelle aus.
    Eigentlich begann alles mit der Kontrolle des in großem Umfang existierenden Kunstmarktes. Dies war nicht schwierig, denn Kunstsammlern blieb nur die Möglichkeit, in staatliche Agenturen zu inserieren. Zum Ende der 70er Jahre wurde sogar entschieden, dass jeder Inserent die volle Adresse angeben musste, und zwar als Bestandteil des Inseratstextes. Chiffren wurden nur in besonderen Fällen genehmigt. Natürlich versuchte man, private Kunstsammlungen auch zu beschlagnahmen. Dies gelang natürlich, wenn man dem einen oder anderen Bürger „Steuerverkürzung“, „politische Verfehlungen“ oder Delikte in Verbindung mit dem Edelmetall- und Devisengesetz von 1973 nachweisen konnte.
    Irgendwann jedenfalls hatte die Stasi das Monopol auch auf dem Kunstmarkt der DDR. Dann bekam ein gewisser Schalck-Golodkowski Narrenfreiheit, nämlich als Chef der „Kommerzielle Koordinierung“. (KoKo) Sie sollte die Zahlungsfähigkeit der DDR sichern, was oft mit internen Geschäften erfolgte. Die Frage ist nur, inwieweit hier der Erlös an der Wirtschaft vorbeigeschleust wurde. Schließlich hatten die Spitzenfunktionäre im Land die „harte“ Währung zu schätzen und privat sogar lieben gelernt. Zudem soffen sie Champagner und predigten kalten Kaffee. Und dann gab es noch die im westlichen Ausland agierenden „DDR-Tschekisten“ als Kundschafter, denen man ein fröhliches Dasein bescheren wollte. Ganz nebenbei: Viele von ihnen jubelten, als die Mauer kippte …
    Hierzu der Literaturhinweis: “Im Auftrag des Großen Bruders“, AAVAA-Verlag, Berlin, 2011.

    Th. Schmidt
    Zeitzeuge

  3. Kein Bankrott der DDR – warum:

    Ein weiteres Ressort der Stasi war der Antikhandel zur Devisenbeschaffung. Sie MfS tummelte sich in den „untersten Ebenen“ der Bevölkerung, verstärkt ab 1970. Die kleine DDR war reich an nationalem Kulturgut. Man fand es durchaus auch im Haushalt eines Schichtarbeiters. Beispiel: Meißner u. Thüringer Porzellan des 18. Jh., antikes Zinn z. B. aus dem Raum Altenberg, Dresdner Barock etc.
    Bis 1945 florierte weltweiter Handel. Aufgrund der in Ostdeutschland verbliebenen Kunst war die DDR von 1949 bis 1990 attraktiv.
    Zu bemerken ist, dass viele DDR-Sammler über ein hohes Fachwissen verfügten u. danach strebten, ihre Ostmark in Werte anzulegen. Die Stasi sondierte, wo etwas zu holen ist.
    Inwieweit Erlöse aus dem Kunsthandel dem Staat wirklich zugutekamen, ist offen.
    Sammler, in der ehemaligen DDR zu Hunderttausenden vertreten, kontaktierten Sammler mittels Anzeigen über die Deutsche Werbe- und Anzeigengesellschaft, abgekürzt DEWAG. Sie unterstand der Abteilung Agitation des ZK der SED direkt. Natürlich ging dort die Stasi aus und ein. Nachzulesen: “Im Auftrag des Großen Bruders”, AAVAA-Verlag, Berlin.

    Thomas Schmidt
    Zeitzeuge

  4. Korrektur im Kommentar v. 7. 03. 12,
    3. Zeile v. oben:

    Das MfS anstelle Sie MfS

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