Die soziale Marktwirtschaft – jenes in Deutschland von Ordoliberalen nach 1945 propagierte und seitdem die Gesellschaft konditionierende Modell – ist in der Weise vielmehr asozial als dass es die neoliberale Absurdität vom freien Markt, mit ungleichen, zur Konkurrenz, zum Konsum, zum Profit verdammten Unternehmungen, ohne Respekt vor anderen gesellschaftlich-freiheitlichen Idealen zur unfreiwilligen und unsichtbaren Grundlage der Handlung der heute lebenden Subjekte gemacht hat. In seiner aktuell und zugleich dramatischsten Form – der seit 2008 andauernden Immobilien-, Finanz- und Staatskrisen – erheben sich der ‘Markt’ und dessen ‘Teilnehmer’ nun gänzlich zum Primat der Gesellschaften. Die dem Gemeinwohl verpflichteten ‘Staaten’ und deren Parlamente dagegen haben, zu Anfang noch mit verschleierndem Erfolg, inzwischen vollends kapituliert und so eine noch schwerlich zu beschreibende zerstörerische Kraft in Stellung gebracht.
Beispiele und Theorie dazu im Dok 5 Radio-Feature „Der ökonomische Putsch“